Hormone in Balance

Kaum zu glauben, dass viele Frauen jeden Monat den ganz normalen Wahnsinn ertragen – mit Regelschmerzen, PMS, Migräne, empfindlicher Brust oder Unterleibskrämpfen. Woran liegt das überhaupt? Und muss das wirklich sein? Das haben sich einige schlaue Mediziner auch gefragt. Sie fanden heraus, dass man viele Beschwerden minimieren kann – und zwar indem man die Pille durchnimmt.

Woher die Regelschmerzen kommen: Hormonentzug

Bei einer medizinischen Studie aus dem Jahr 2000, an der über 260 Frauen teilnahmen, fanden Forscher heraus: Der Grund für Menstruationsbeschwerden ist vor allem der Hormonentzug. Beim normalen weiblichen Zyklus – aber auch bei der Einnahme der üblichen Pillen mit einer 28-tägigen Zyklusdauer – findet am Schluss des Zyklus eine Hormonpause statt, so dass der Hormonspiegel im Körper sinkt. Das löst zum einen die Regelblutung aus (deshalb wird sie manchmal auch „Entzugsblutung“ genannt), zum anderen können bei manchen Frauen aber auch typische Symptome auftreten wie Ziehen im Unterleib, Kopfschmerzen, Migräne, Völlegefühl, Schwellung oder Empfindlichkeit der Brust. Die Studie zeigte, dass all diese Menstruationsbeschwerden während des 7-tägigen hormonfreien Intervalls signifikant schlechter waren als während der 21 Tage mit hormonhaltiger Pille.

Die Lösung: weniger Achterbahn der Hormone, weniger Krämpfe

Die Mediziner erkannten die Möglichkeit, auf das hormonfreie Intervall zu verzichten. Denn was vielen Frauen gar nicht bewusst ist: Für die Gesundheit ist diese 7-tägige Pillenpause gar nicht erforderlich und medizinisch nicht notwendig – man wollte mit ihr nur einen natürlichen Zyklus nachahmen, der 28 Tage umfasst. Hier erfährst du mehr über diesen Mythos.

Ein Ergebnis der medizinischen Entwicklung ist die sogenannte Vier-Perioden-Pille oder auch Langzyklus-Pille, die man ganz regulär ohne Pause durchnimmt. Sie ist bereits seit einigen Jahren in vielen Ländern auf dem Markt, seit 2018 auch in Deutschland. Die Einnahme ist simpel: Zunächst nimmt man 84 Tage eine Pille, die Östrogen und Gestagen in niedriger Dosierung enthält. Im Anschluss nimmt man 7 Tage eine Pille, die noch weniger Östrogen und kein Gestagen enthält. Diese Hormonschwankung ist so sanft, dass der Körper keinen Entzug mehr durchmachen muss. Dadurch können die Blutung und die typischen Regelbeschwerden schwächer ausfallen.

Offiziell bestätigt: eine Pille ohne Pause ist völlig ok

Anfang 2019 wurde eine wichtige neue Leitline des FSRH (Faculty of Sexual & Reproductive Healthcare of the Royal College of Obstetricians & Gynaecologists) veröffentlicht. Diese stellt klar, dass Frauen auf hormonfreie Intervalle verzichten und sich für eine Pilleneinnahme ohne Pause entscheiden können, um die monatliche Blutung, Krämpfe und andere Symptome zu lindern. Für die Queen sind das vielleicht keine weltbewegenden News, aber für uns Frauen schon!