Ist die Pille besser als ihr Ruf?

Als die Pille 1960 auf den Markt kam, war das der sexuelle Befreiungsschlag für Millionen von Frauen weltweit. Endlich frei über den eigenen Körper und das eigene Leben entscheiden! Von dieser Errungenschaft profitieren wir auch heute noch. Doch pillenkritische Statements tauchen immer wieder auf. Zu Recht? Hier sind die Fakten.

Gut informieren, gut abwägen

Großartig ist, dass viele Frauen heute hervorragend über die Pille und andere Verhütungsmethoden informiert sind – und zwar sehr viel besser als vor 20 oder 40 Jahren. Denn nur wer sich auskennt, kann eine gute Wahl treffen. Bei allem Wissen um mögliche Nebenwirkungen sollten wir im Blick behalten, was die Pille kann und welche Freiheiten sie uns Frauen eröffnet. Allein die Tatsache, dass wir ganz selbstverständlich bestimmen können, ob und wann wir Kinder möchten, verdanken wir auch der Pille.

Trotz allem ist klar: Die Medizin wird niemals alle Risiken, die mit der Einnahme eines Medikaments verbunden sind, vollständig beseitigen können. Dennoch sind für viele Frauen die Vorteile der Pille den Risiken bei Weitem überlegen.

Du bist die Chefin deines Lebens!

Ganz gleich, wie du selbst Nutzen und Risiken der Pille bewertest – es ist deine persönliche Sache. Denn schließlich geht es um deinen Körper, dein Sexualleben, deine Lebensplanung. Lass dich aber unterstützen, sprich offen mit deinem Partner darüber und vor allem: Lass dich von deinem Arzt sorgfältig beraten, welche Form der Verhütung zu dir passt. Die folgende Liste der Vorteile und Nebenwirkungen kannst du als Gesprächsgrundlage nutzen.

Die Vorteile der Pille

Der größte Gewinn, den uns die Pille liefert: Sie schützt sehr zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft – und damit auch vor gesundheitlichen und sozioökonomischen Risiken, die diese mit sich bringt. Für viele Frauen sind auch andere Vorteile von großer Bedeutung:

  • Weniger Menstruationsbeschwerden
  • Schwächere PMS-Symptome
  • Seltener Monatsblutungen, z. B. nur 4-mal im Jahr bei der Einnahme von Vier-Perioden-Pillen
  • Schwächere Monatsblutung
  • Einfache Anwendung
  • Therapeutischer Einsatz bei Erkrankungen wie z. B. Endometriose oder Akne

Risiken und Nebenwirkungen der Pille

Es gibt tatsächlich Risikogruppen, für die sogenannte Mikropillen, die Östrogene und Gestagene kombinieren, grundsätzlich tabu sind:

  • Frauen, die selbst schon eine Thrombose hatten oder einen Fall im Familienkreis
  • Frauen, die unter Migräne leiden
  • Frauen, die rauchen
  • Frauen, die Übergewicht haben

Obwohl die gängigen Pillen heute viel weniger Hormone als frühere Präparate enthalten, können bei manchen Frauen Nebenwirkungen wie gedämpfte Stimmung, Migräne oder Libidoprobleme auftreten .

Schwerwiegende gesundheitliche Probleme sind sehr selten. Die Pille erhöht leicht das Risiko für Thrombose, Herzinfarkt, Schlaganfall und bestimmte Krebserkrankungen. „Leicht erhöhtes Risiko“ bedeutet in Zahlen zum Beispiel:

  • 2 von 10.000 Frauen, die nicht hormonell verhüten, entwickeln eine Thrombose.
  • 5 bis 12 von 10.000 Frauen, die mit Pille verhüten, entwickeln eine Thrombose.
Du brauchst noch mehr Informationen? Lies hier über Die 15 häufigsten Fragen rund um die Pille .
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