Körner und Samen essen gegen Regelschmerzen: Geht das?

„Seed Cycling“ ist gerade ein Food-Trend, der das Netz erobert. Frauen sollen in verschiedenen Phasen ihres Zyklus Samen und Körner essen, um ihren Hormonhaushalt in Balance zu bringen und PMS-Beschwerden zu lindern. Klingt ja toll! Aber funktioniert das wirklich?

Wenn alle vier Wochen die Hormone verrückt spielen und du dich mit Regelschmerzen rumplagst, greifst du bestimmt nach jeder Idee, die dir Linderung verspricht. Seed Cycling soll auf natürlichem Weg – durch gesunde Ernährung – die Beschwerden reduzieren, z. B. Krämpfe im Unterleib, Heißhunger, Stimmungsschwankungen oder Zyklusunregelmäßigkeiten.

Seed Cycling: zwei Phasen, vier Snacks

Wie der Name schon sagt, geht es beim Seed (Samen) Cycling (Kreislauf) um einen Ernährungskreislauf, der auf den Zyklus abgestimmt ist. Das gibt’s auf die Löffel:

  • In der ersten Zyklusphase (Tag 1 bis 14) täglich jeweils ein Esslöffel Leinsamen und Kürbiskerne
  • In der zweiten Zyklusphase (Tag 15 bis zur Menstruation) täglich jeweils ein Esslöffel Sesam und Sonnenblumenkerne

Kleiner Tipp: Ob du die Saaten im Müsli oder Smoothie, mit Joghurt oder pur verzehrst, ist egal. Wichtig ist, dass du sie kurz vor dem Essen mit einem Mörser zerkleinerst. So kann der Körper die Nährstoffe besser verwerten. Leinsamen und Sesam werden sonst unverdaut wieder ausgeschieden.

Wie wirken die Saaten?

Leinsamen und Kürbiskerne – die Östrogen-Booster für Phase 1:

Sie enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Lignane, sogenannte Phytoöstrogene, die als sekundäre Pflanzenstoffe gelten und ähnlich wie Hormone wirken. Sie können die Ausschüttung von Östrogen unterstützen. 

Sonnenblumenkerne und Sesamsamen – die Progesteron-Booster für Phase 2: In den kleinen Kernen stecken Omega-6-Fettsäuren, Vitamin E, Selen, Zink und auch hormonähnliche Phytoöstrogene. Dieser Vital-Cocktail soll die Ausschüttung von Progesteron positiv beeinflussen.

Ist Seed Cycling wirklich eine Wunderwaffe gegen PMS?

Fakt ist: Frauen, die sich gesund ernähren, leiden weniger unter Regelschmerzen. Ob es dabei wirklich gesünder ist, Samen und Körner in einer bestimmten Phase zu konsumieren, wurde noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Doch falsch machen kannst du beim Seed Cycling auch nichts. In den Saaten stecken wertvolle Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine. Also: Auf die Löffel, und rein damit!

Willst du mehr über PMS wissen? Hier gibt’s die wichtigsten Infos und Tipps vom Arzt: Was genau ist eigentlich PMS?
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