Stimmt es, dass die monatliche Blutung erfunden wurde?

Die Antwort ist: Ja! Zumindest gilt das für jede Blutung, die unter der Einnahme der Pille eintritt. Im Grunde ist das keine „echte“ Periode, sondern nur eine monatliche Blutung, auf die man glatt verzichten könnte. Warum das so ist und was der Papst damit zu tun hat, erfährst du hier.

Warum ist das keine echte Menstruation?

Fakt ist, dass die Hormone in der Pille den natürlichen Zyklus und den Eisprung unterdrücken. Daher tritt auch keine natürliche Periode ein, sondern eine Blutung, die man auch Hormonentzugsblutung nennt. Diese wird durch eine Art „Trick“ hervorgerufen: das sind die pillenfreien Tage, also die Hormonpause, auf die der Körper mit der Blutung reagiert. 

Dabei wird zwar ebenfalls Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, aber deren Beschaffenheit ist anders als die Schleimhaut, die bei einem natürlichen Zyklus entsteht. 

Haben wir etwa jahrelang umsonst geblutet? Sieht ganz so aus:

Darum müsstest du nicht bluten, wenn du die Pille nimmst

Mist, jahrelang umsonst geblutet. Zumindest, wenn du die klassische Kombinations-Pille nimmst.

Gepostet von Quarks am Dienstag, 6. August 2019

Warum gibt’s dann die monatliche Blutung überhaupt?

Gute Frage! Medizinisch notwendig ist die Blutung nicht – eher sinnlos. Man kann die pillenfreien Tage also nicht nur reduzieren, sondern komplett darauf verzichten. Eine Blutung Monat für Monat ist nicht erforderlich, um gesund zu sein. Das hat im Januar 2019 die britische „Faculty of Sexual and Reproductive Healthcare“ (FSRH) in einer neuen Richtlinie bestätigt. Die FSRH berät das britische Gesundheitssystem rund ums Thema sexuelle Gesundheit und Reproduktion. 

Was hat der Papst damit zu tun?

Der Mediziner John Rock, der in den 50er Jahren die Pille mitentwickelt hat, war Katholik. Er wollte der neuen Verhütungsmethode einen „natürlichen Anschein“ verpassen und den weiblichen Zyklus simulieren, damit der Papst, die Kirche und auch die Frauen die Pille eher akzeptieren – also letztendlich kaufen. Aus diesem banalen Grund enthalten die üblichen Pillenpackungen genau 21 Tabletten. Es hätten auch 35 oder – wie bei der Vier-Perioden-Pille – 91 Tabletten sein können. Wahr ist: Es war ein Marketingtrick, keine medizinische Notwendigkeit!